Homeless – die Würde des Menschen ist antastbar

Homeless – die Würde des Menschen ist antastbar

Obdachlosigkeit ist ein großes Problem in Berlin, wie in vielen anderen Großstädten auch. Laut dem Berliner Obdachlosigkeitsbericht 2020 lebten 2019 rund 9.000 Menschen in Berlin auf der Straße oder in Notunterkünften. Das bedeutet, dass jeder 20.000ste Einwohner der Stadt obdachlos ist.  Eine der größten Herausforderungen bei der Bekämpfung der Obdachlosigkeit in Berlin ist die steigende Wohnungsnot. Die Mieten sind in den letzten Jahren stark gestiegen und viele Menschen können sich keine angemessene Wohnung mehr leisten. Auch die Zahl der leerstehenden Wohnungen ist in Berlin gering. Dies führt dazu, dass immer mehr Menschen in Notunterkünfte oder auf der Straße leben müssen.  Berlin hat in den letzten Jahren jedoch auch einige positive Entwicklungen erlebt, was die Bekämpfung der Obdachlosigkeit betrifft. So hat die Stadt beispielsweise eine neue Wohnungsbauoffensive gestartet, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auch die Zahl der Notunterkünfte hat zugenommen, um obdachlosen Menschen eine kurzfristige Unterstützung zu bieten.  Es gibt auch viele Organisationen und Vereine in Berlin, die sich für die Rechte obdachloser Menschen einsetzen und ihnen praktische Hilfe anbieten. Diese Organisationen bieten unter anderem kostenlose Mahlzeiten, Dusch- und Waschmöglichkeiten, sowie Beratung und Unterstützung bei der Wohnungssuche an.  Obwohl es also in Berlin sowohl Herausforderungen als auch positive Entwicklungen im Umgang mit Obdachlosigkeit gibt, bleibt es ein großes und komplexes Problem. Es braucht weiterhin Anstrengungen auf verschiedenen Ebenen, von der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bis hin zur Unterstützung obdachloser Menschen durch soziale Dienste, um die Obdachlosigkeit in Berlin wirksam zu bekämpfen.

Die Räumung des Obdachlosencamps in Berlin Lichtenberg im Jahr 2020 hat viel Aufregung und Kritik ausgelöst.

Das Camp war auf einem öffentlichen Gelände entstanden und bot Obdachlosen eine vorübergehende Unterkunft. Es war jedoch auch ein Ort, an dem sich viele Menschen ohne festen Wohnsitz versammelten und sich gegenseitig unterstützten.

Die Räumung des Camps wurde von der Berliner Polizei durchgeführt, unterstützt von Mitarbeitern des Bezirksamts Lichtenberg. Laut offiziellen Angaben wurde das Camp geräumt, weil es eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Gesundheit darstellte. Es gab Berichte über hygienische Probleme und die Anwesenheit von Drogen.

Viele Obdachlose und Unterstützer der Obdachlosenrechte sahen die Räumung jedoch als unverhältnismäßig und unmenschlich an. Sie argumentierten, dass die meisten Bewohner des Camps keine andere Wahl hatten, als dort zu leben und dass ihnen keine adäquate Unterkunft angeboten wurde, bevor das Camp geräumt wurde. Auch gab es Kritik an der Art und Weise, wie die Räumung durchgeführt wurde, mit Berichten über Gewalt und Willkür durch die Polizei.

Die Räumung des Obdachlosencamps in Berlin Lichtenberg hat gezeigt, dass die Probleme der Obdachlosigkeit in der Stadt immer noch sehr ernst sind. Es ist wichtig, dass die Stadt und die Gesellschaft sich auf eine humane und nachhaltige Lösung für die Unterbringung und Unterstützung von obdachlosen Menschen konzentrieren. Es braucht eine umfassende Strategie, die sowohl die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum als auch die Unterstützung von Obdachlosen durch soziale Dienste umfasst.

Zabaleen – die Müllsammler von Kairo

Zabaleen – die Müllsammler von Kairo

Ein Großteil des Abfalls in Kairo wird traditionell von den Zabaleen, den Müllsammlern aufgesammelt. In der zirka 20 Millionen Einwohner zählenden ägyptischen Hauptstadt Kairo fallen unvorstellbare Mengen an Müll an, bis zu 10.000 Tonnen sind es täglich.

 

Dies ändert sich jedoch zunehmend. Die Regierung plant, die Müllentsorgung großflächig besser zu organisieren und sie vollständig in die Hände privater Entsorgungsunternehmen zu legen.

 

Das Ende der Müllsammler

Für die Zabaleen ist dies ein Drama, denn sie leben vom Abfall. In den Außenbezirken am Rande der Stadt sortieren sie täglich tonnenweise Müll, den sie dann wiederverwerten. Frauen und Mädchen suchen die weggeworfenen Lebensmittel aus dem Müll, um damit die Tiere zu füttern. Die Männer und Jungen trennen alle restlichen Stoffe fein säuberlich voneinander und verkaufen sie wieder. Durch ihre Arbeit recyceln die Zabaleen fast 85% des anfallenden Mülls in Kairo – der weltweite Durchschnitt liegt bei 32%.

Natürlich dominieren Abfallhaufen, Blechhütten, Fäulnisgestank und Fliegenschwärme das Bild in ihren informellen Siedlungen, die die Regierung als Schandflecke empfindet. Es gibt keine Wasser- oder Stromversorgung hier in den Müllsammler-Vierteln, der verwesende Müll lässt schädliche Stoffe ins Grundwasser sickern, das wiederum den Einwohnern als Trinkwasser dient.

 

Harte Arbeit

Das Leben in den Siedlungen ist hart. Die etwa 60.000 Männer, Frauen und Kinder, die hier leben sind gezeichnet von den schlechten Lebensbedingungen, dennoch haben sie sich eine eigene Existenz aufgebaut. Mangelnde Hygiene lässt Krankheiten entstehen. Gestorben wird hier früh, die durchschnittliche Lebenserwartung der Zabaleen liegt bei 50 Jahren.

Tag für Tag ziehen die Müllsammler Kairos von Haustüre zu Haustüre und laden ihren Müll auf Eselskarren oder Pick-Up-Ladeflächen. Zurück im Müllsammlerviertel wird die Ausbeute per Hand sortiert und dann fein säuberlich getrennt an Händler verkauft, die das Material dem Recycling-Kreislauf zuführen.

Allerdings ist diese Tätigkeit seit 2003 illegal. Die Einwohner Kairos sollen jetzt ihren Abfall in weit entfernte Müllcontainer bringen, wo ihn dann große Müllfahrzeuge abholen. Sortiert wird nichts mehr. Die Laster kippen den Abfall auf große Müllhalden und haben damit ihren Auftrag erledigt.

Quelle: www.59plus.de