Homeless – die Würde des Menschen ist antastbar

Homeless – die Würde des Menschen ist antastbar

 

19.06.2021

Ein Teil der Gesellschaft

 
In Berlin gibt es nachweislich die meisten Obdachlosen Menschen. „Obdachlos“ bedeutet übrigens nicht nur, dass Menschen auf der Straße leben, sondern ebenfalls, dass sie keinen festen Wohnsitz haben und nur bei Freunden und Bekannten illegal untergekommen sind. Auch ich stand Anfang 2020 kurz vor der Obdachlosigkeit und habe am eigenen Leib erfahren können, wie schnell das gehen kann obdachlos zu werden. Aber das ist eine andere Geschichte.
 
In der Bahn begegnet man nahezu täglich Jemandem, der sein Glück mit dem Verkauf von einem Obdachlosenmagazin, zum Beispiel Kompass (damals Straßenfeger), versucht. Oder jeder kennt diesen einen Obdachlosen Menschen, den man ständig auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Heimweg trifft.
 
In dem Zusammenhang sehe ich leider auch ganz viele Menschen, die mit mir gemeinsam in der Bahn sitzen und von Punkt a nach Punkt b fahren, aber den Obdachlosen Menschen nicht mal eines Blickes würdigen. Ist es nicht schon schlimm genug, dass jemand versucht mit dem Obdachlosenmagazin, welches die Verkäufer übrigens oft erstmal selbst abkaufen müssen, über die Runden zu kommen?
 
 
Nein, denn Sie werden auch oft mit Ignoranz gestraft. Ist es denn wirklich zu viel verlangt, der Person einfach mal in die Augen zu schauen und vielleicht auch ein Lächeln zu schenken, oder einfach nur: „Viel Glück weiterhin!“ oder lediglich guten Tag zu wünschen? Ich persönlich empfinde Ignoranz als eine der schlimmsten Bestrafungen.
 
 
 
 
 
 

Oft habe ich mich gefragt: „Wie kann ich helfen?“

Vor ein paar Jahren, als ich noch arbeitsunfähig war, habe ich mich dazu entschlossen etwas sinnvolles zu tun und nicht nur in den Tag hinein zu leben. Ich wollte meine freie Zeit damit vollbringen etwas Gutes zu tun. Und bin dann auf die Berliner Obdachlosenhilfe aufmerksam geworden. Damals 2x die Woche immer Mittwochs und Samstags haben wir uns getroffen um Essenspakete für die Obdachlosen vorzubereiten, die wir noch am gleichen Tag an festen Stellen, zu festen Zeiten an die Obdachlosen verteilt haben. Also Brote schmieren, Salat zubereiten, eine warme Mahlzeit und Kaffee kochen. Das war die Arbeit, aber dann folge der schönere Teil des Tages. Die Verteilung der Lebensmittel, und den gespendeten Dingen wie Hygieneartikel und Bekleidung. Ich hatte das Gefühl, dass die gemeinsame warme Mahlzeit das Eis brechen ließ. Und so kam man, mit dem ein oder anderem, ins Gespräch. Es waren spannende, aber auch erschreckende Unterhaltungen gleichermaßen. Diese Personen haben auf jeden Fall etwas zu erzählen und ich finde man sollte sich auch die Zeit nehmen um ihnen zuzuhören.
 

Was kann ich mit diesem Projekt bewirken?

 
Ich kann versuchen den Personen auf gleicher Augenhöhe zu begegnen. Ihnen Beachtung schenken und Ihren persönlichen Geschichten Gehör verleihen. Ich kann ausserdem versuchen mit den Fotos, die ich von diesen Menschen machen darf, Aufmerksamkeit und gleichzeitig ein Bewusstsein für diesen Bereich der Gesellschaft zu schaffen.